Lio
- Kontext
- Freifeuer, Accelerator-Programm SmartCityHouse
- Jahr
- 2022
- Produkt
- Freistehender Elektrokamin
- Meine Rolle
- Gestaltung, Prototyping, Visualisierung und Animation
Ausgangslage
Mit dem Feuermöbelsystem hatte Freifeuer bereits eine Lösung für die ganze Wand. Doch nicht jeder hat in einer Mietwohnung Platz für ein so großes Möbel. Lio sollte deshalb ein freistehender Kamin werden: kompakt, aber trotzdem etwas Besonderes und ein echter Hingucker. Entstanden ist er innerhalb von sechs Monaten im Accelerator-Programm des SmartCityHouse Osnabrück, inklusive eines ersten Prototyps. Die Zielgruppe haben wir mithilfe der Sinus-Milieus eingegrenzt. Die Technik hat ein Teamkollege verantwortet, die Gestaltung lag bei mir.
Prozess
Lio sollte nicht nur durch das Feuer Wärme ausstrahlen, sondern auch durch sich selbst. Deshalb trifft von Hand geölte Eiche auf warmes Linoleum, gestalterisch orientiert am skandinavischen Minimalismus. Daher kommt übrigens auch der Name: Lio ist eine kleine Abkürzung von Linoleum. Über viele Handskizzen, digitale Skizzen auf dem Wacom-Tablet und 3D-Modelle ging es zu den ersten Prototypen: Mit Mock-ups aus Pappe habe ich die Größe festgelegt, danach entstanden Prototypen aus Multiplexplatten für einen ersten echten Eindruck. Für das Untergestell habe ich viele Varianten durchgespielt, auf Füßen, aus Metall und aus Holz, und mich für die Variante mit dem stimmigsten Gesamtbild entschieden. Den ersten fertigen Prototyp hat dann eine regionale Tischlerei gebaut. Weil er aufwendig zu fertigen war und sofort ins Auge fiel, nannte der Tischlermeister ihn anerkennend ein „Meisterstück“. Dieser Satz ist mir bis heute im Kopf geblieben.
Ergebnis
Lio ist ein freistehender Elektrokamin aus geölter Eiche und Linoleum in vier Farben, mit einem Flammenbild aus Wasserdampf. Er braucht nur eine Steckdose und ab und zu frisches Wasser. Auf dieses Produkt bin ich bis heute stolz.
- Goldener Schnitt
- Brennraum, Technik und Untergestell sind im Verhältnis des Goldenen Schnitts aufgeteilt. Dazu kommen gleichmäßige Spaltmaße.
- Spiegel im Brennraum
- Spiegel links und rechts lassen das Feuer deutlich größer wirken, als es ist.
- Versteckte Technik
- Technik und Wassertank sitzen in einem verdeckten Schubladenauszug.
- Gehrungen
- Die Eichenbretter an Brennraum und Holzfach sind auf Gehrung verleimt. Das wirkt schlanker und macht die Öffnungen spannender.
- Eine Materialstärke
- Die Außenverkleidung hat überall die gleiche Holzstärke: ruhige Optik, einfachere Fertigung und weniger Verzug.
- Drei Module
- Oberbau mit Brennraum, Mittelbau mit Technik und Untergestell. So lässt sich Lio leicht aufbauen.
Helle Variante im Detail
Wärme kommt nicht nur vom Feuer. Holz und Linoleum können das auch.
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